Brot,  Rezept

Geflochtenes Kürbisbrot

Wir lieben Kürbis, vor allem lieben wir den Hokkaido-Kürbis, und deshalb haben wir uns überlegt, den Herbst mit einem Kürbisbrot zu begrüßen. Genauer mit einem Babka, also einem Brot, das sonst eher  als süßes Hefe-Gebäck mit einer Schokoladen-Füllung daherkommt. Wir haben es in ein Kürbis-Babka verwandelt und dafür einen Teig mit geriebenem Kürbis angesetzt, ihm eine Zimt-Kurkuma-Note eingehaucht (in lauter Vorfreude auf die Weihnachtszeit) und ihn mit einer bissfesten Füllung aus Nüssen und Kürbiskernen versehen. Und das wäre es dann, unser orange leuchtendes Kürbis-Babka zur Herbstzeit, das wir alternativ auch geflochtenes Kürbisbrot nennen, denn in gewisserweise ist es wenig anderes als ein zweisträngig geflochtener Zopf mit einem besonderen Teig und einer besonderen Füllung.

Das kürbisbrot ist fertig gebacken und hat eine schöne Füllung aus Nüssen

Zweistrangig geflochten

Der Name Babka stammt aus Polen und heißt übersetzt soviel wie Großmutter oder Napfkuchen. Ganz streng genommen haben wir also einen Kürbis-Napfkuchen geflochten. Seinen Teig haben wir mit wenig Hefe gefüttert und über Nacht aufgehen lassen, um ihn dann auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche auszurollen. (Achtung, das kann kleben!) Deshalb mehlt ihr Fläche am besten immer wieder nach und dreht den Teig während des Rollens mehrfach um.

Ist der Teig knapp einen Zentimeter dick, streicht ihr die Nussfüllung darauf (die ist übrigens super einfach!), wickelt ihn von der Längsseite her auf, drückt die Enden gut zusammen und schneidet die Rolle in der Mitte einmal durch. Der Rest ist? Zopf eben. Flechten, erneut an den Enden zusammendrücken, in eine Form legen, ein weiteres Mal gehen lassen, mit etwas verkleckertem Ei bestreichen und – juchhu, endlich und voller Spannung – abbacken!

Der Teig für unser Kürbisbrot nach dem Gehen
Bestreichen des Teigs mit Nüssen
aufgerollter Teig, den wir in der Mitte durchschneiden
Den Teig für unser geflochtenes Kürbisbrot schneiden wir in der Mitte durch
Geflochtenes Kürbisbrot mit Nussfüllung vor dem Backen
Geflochtenes Kürbisbrot liegt in einer Backform

Kürbisbrot beobachten

Wir sind ja immer neugierig, wie ein Gebäck aus dem Ofen kommt. Seit wir unsere Rezepte fotografieren, ist diese Aufregung natürlich noch gestiegen. Dieses Kürbisbrot haben ich fast durchgängig durch die Backofen-Tür beobachtet, was ein bisschen wie Fernsehen war und zwei Nebeneffekte hatte. Erstens: Ich habe gemerkt, wie goldbraun das Kürbisbrot schon nach 20 Minuten auf der Oberfläche wurde.

Keine Ahnung wie es euch ergeht, aber Einstriche mit Ei haben in unserem Ofen eine enorme Zugkraft in der Bräunung. Deshalb: Guckt zwischendurch besser auch mal durch die Scheibe und deckt das Kürbisbrot rechtzeitig ab, sollte es bei euch ebenfalls so schnell dunkel werden. Zweitens: Ich war stolz und glücklich, wie wir das Brot dann aus dem Ofen nehmen konnten. Love Kürbis! Love November! Love Babka!

Nach etwa einer Stunde kommt unser Kürbisbrot aus dem Ofen
Das Kürbisbrot ist aus dem Ofen gekommen und hat eine goldbraune Oberfläche
eine Scheibe Kürbisbrot auf dem Teller
Nach zwei Stunden Auskühlen haben wir unser Kürbisbrot angeschnitten
Unser Kürbisbrot im Anschnitt: Zu sehen ist die Nussfüllung, die sich durch das Brot zieht.
Wir haben unser Kürbisbrot angeschnitten. Zu sehen sind Scheiben und die schöne Nussfüllung im Inneren

Tipp: Variante für Nussallergiker

Unser Teig schmeckt auch als einfaches Kürbisbrot super. Und ist schneller fertig. 🙂 Wenn ihr also auf die Nussfüllung verzichten wollt, könnt ihr den Teig nach der Übernacht-Gare einfach kurz wirken, aufrollen und mit dem Schluss nach unten in die Backform setzen. Gleich bleibt: Der Teig sollte noch einmal für zwei Stunden an einem warmen Ort gehen, bevor ihr das Kürbisbrot in den Ofen schiebt.

Rezept Geflochtenes Kürbisbrot

Zutaten für eine Kastenform / Kantenlänge 30 Zentimeter

FÜR DEN TEIG

  • 75 ml Milch
  • 60 g Butter
  • 1 Ei
  • 5 g Hefe
  • 500 Weizenmehl (Typ 550, Typ 405 eignet sich auch, verändert aber leicht die Backqualität)
  • 200 geriebener Kürbis (zum Beispiel Hokkaido)
  • 2 TL Zimt
  • 1 TL Kurkuma
  • 2 TL Salz

FÜR DIE FÜLLUNG

  • 125 g Haselnüsse, mittelgrob gemahlen
  • 125 g Mandeln, mittelgrob gemahlen
  • 50 g Kürbiskerne
  • 1 Ei (verkleckert, etwas Ei zum Bestreichen übrig lassen)

ZUM BESTREICHEN

  • ein wenig Ei

Für das Kürbisbrot zunächst die Milch lauwarm erhitzen und die Butter darin schmelzen. Abkühlen lassen und die Hefe im Milch-Butter-Gemisch auflösen.

Den Kürbis in Spalten schneiden, Gehäuse auslösen und die Spalten mit der feinen Seite einer Reibe raspeln.

Das Mehl mit Zimt und Kurkuma vermischen.

Alle Zutaten – bis auf das Salz – in eine Schüssel geben und zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Währenddessen das Salz einrieseln lassen.

Den Teig mit etwas Mehl bestäuben und über Nacht für mindestens 12 Stunden im Kühlschrank gehen lassen.

Den Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche kurz kneten und zu einem großen Rechteck (etwa 30 x 40 cm und knapp 1 Zentimeter dick) ausrollen. Den Untergrund immer wieder leicht nachmehlen und den Teig während des Ausrollens wenden, da er etwas klebt.

Ein Ei verquirlen. Davon etwas (nicht viel) Ei zur Seite stellen, um die Oberfläche des Kürbisbrots damit vor dem Backen zu bestreichen.

Das Ei mit den gemahlenen Nüssen und den Kürbiskernen vermengen und auf den Teig streichen. Dabei einen Rand von etwa 3 Zentimetern lassen.

Den Teig aufrollen und an den Enden zusammendrücken. Die Teigrolle vorsichtig in zwei Hälften schneiden. Die beiden Teig-Hälften wechselseitig übereinanderschlagen, so dass ein zweisträngiger Zopf entsteht.

Eine Kastenform komplett mit Backpapier auskleiden. Das Kürbisbrot in die Backform setzen und zugedeckt an einem warmen Ort für zwei Stunden gehen lassen.

Den Backofen auf 180 ° Ober- und Unterhitze vorheizen. Das Kürbisbrot mit etwas Ei einstreichen und für 50 bis 60 Minuten backen. Bei uns ist das Brot wegen des Eies bereits nach 20 Minuten recht braun auf der Oberfläche geworden. Deshalb haben wir es für die übrige Backzeit abgedeckt und nur die letzten zehn Minuten wieder von der „Haube” befreit.

Zubereitungszeit (ohne Back- und Gehzeiten): 25 Minuten / reine Backzeit: 50 bis 60 Minuten / Backtemperatur: 180 °C Ober- und Unterhitze / Schwierigkeitsgrad: mittel / Haltbarkeit: Am besten schmeckt das Kürbisbrot in den ersten zwei Tagen. Danach wird es langsam etwas trockener, ist aber auch am vierten Tag noch gut genießbar.

Noch mehr Lust auf Nuss?

Dann wäre vielleicht unser Walnussbrot mit Äpfeln etwas für euch. Oder mögt ihr Walnusskekse?