Kuchen,  Rezept

Zwetschgenkuchen ohne Hefe

Natürlich sind wir immer etwas traurig, wenn der Sommer zu Ende geht. Andererseits … Genau dann, also im Spätsommer, beginnt die Zwetschgen-und Pflaumensaison! Für uns ist diese Zeit das, was für kleine Kinder die Ankunft des Weihnachtsmanns bedeuten muss. Wir fiebern der Reife der süß-sauren Früchte schon Wochen vor der Ernte entgegen. Hängen Plaumen und Zwetschgen dann reif am Baum, pflücken wir das Obst eimerweise und essen es als alles. Als Marmelade. Als Kompott. Pur. Und, allererste Sahne, als Belag auf einem Zwetschgenkuchen. Was wir allerdings weniger mögen, sind Hefeböden als Untergrund für einen Zwetschgenkuchen. Deshalb starten wir jede Zwetschgensaison mit einem Rührkuchen. Etwas Zitronenabrieb anbei – und natürlich ZIMT!

Gibt es etwas Herrlicheres als Zimt in einem Zwetschgenkuchen? Klar, da fallen uns noch ein paar andere Kombinationen ein, die unser Herz erwärmen. Aber diese Melange steht in unserer Favoritenliste ganz weit oben. Eine kleine Herausforderung stellen die Früchtchen allerdings dar. Sie sind saftig. Sehr saftig. An sich ja toll, aber durchgeweichte Teige mögen wir trotzdem nicht. Deshalb bestreuen wir die aufgeschnittenen Früchte mit Mehl. Das saugt den Saft etwas auf und der Boden des Zwetschgenkuchens bleibt fester. Jetzt aber ran an das Obst und frohgemut entsteint.

Aufgeschnittene Zwetschgen für Zwetschgenkuchen
Zwetschgen für frischen Zwetschgenkuchen
Aufgeschnittene Zwetschge für Zwetschgenkuchen
Zwetschgenkuchen mit Rührteig
Rührteig für Zwetschgenkuchen

Wir lieben Rührteig

Und wir rühren fast immer den gleichen. Langweilig wird uns der Teig nie. Mal heben wir Zitrone unter. An einem anderen Tag Orange. Im nächsten Kuchen landet eine Portion Nüsse. Das Rezept für unseren Teig habe ich von meiner Oma, und den Zettel, auf dem sie die Zubereitung aufgeschrieben hat, hüte ich seit vielen Jahren zwischen den Seiten eines Kochbuchs.

Meine Oma war zu ihrer Zeit das, was man eine mutige Bäckerin nennt. Sie hatte keine Aktien darin, ob etwas schief gehen könnte. Sie hat einfach zu dem gegriffen, was ihr in den Sinn kam. Zu Weihnachten hat sie beispielsweise einen mega-kräftigen Gewürzkuchen aus dem einfachen Rührteig gezaubert, den wir jetzt für unseren Zwetschgenkuchen verwenden. Was haben wir als Kinder gestaunt. Aus dem gleichen Teig?!

Zwetschgenkuchen aus Rührteig

Zwetschgenkuchen à la Oma

Davon habe ich mir von meiner Oma eine Scheibe abgeschnitten. Ich probiere aus und herum, und meist kommt mit wenig Varianz etwas überraschend Neues, Anderes, Gutes heraus. Heute also etwas ziemlich Zimtiges. Weil wir es zimtig lieben, geben wir zwei bis drei Teelöffel in den Teig. Wem das zu viel ist, kann die Menge natürlich einfach runter dosieren oder das Gewürz ganz weglassen.

Selbiges gilt für den Zucker. Also natürlich nicht weg lassen. Aber weniger tut keinen Abbruch. Bei mehr wird es langsam amerikanisch. Wir bewegen uns mit der Zuckermenge im Mittelmaß. Wenn es das denn gibt. Aber Kuchen muss schmecken. Hat meine Oma gesagt, und zu Butter und Zucker gegriffen.

Fertig gebackener Zwetschgenkuchen
Zwetschgenkuchen im Anschnitt
Zwetschgenkuchen im Anschnitt

Tipp: Pflaume oder Zwetschge?

Pflaumen sind etwas saftiger als Zwetschgen. Deshalb eignen sich die Zwetschge besser zum Backen, weil sie den Teig weniger durchweichen. Wer Pflaumen statt Zwetschgen verwendet, erhöht einfach die Mehlmenge. Und keinesfalls zuckern! Dann ziehen die Früchte Saft und geben die Feuchtigkeit in den Teig ab. Schmeckt zwar auch, ist aber extrem klitschig.

Rezept Zwetschgenkuchen aus Rührteig

Zutaten für eine Springform Ø 24 cm

FÜR DEN TEIG

  • 150 g Butter
  • 150 g Zucker
  • 2 gestrichene EL Vanillezucker (oder 2 Päckchen)
  • 1 Prise Salz
  • 3 Eier
  • 200 g Mehl
  • 40 g Stärkemehl
  • 2/3 Packung Backpulver
  • 1 bis 2 TL Zimt
  • Abrieb und Saft einer Zitrone

FÜR DEN BELAG

  • 800 g Zwetschgen (Gewicht entkernt)
  • 50 g Mandelblättchen

Vorbereitung für den Zwetschgenkuchen: Eier und Butter aus dem Kühlschrank nehmen. Die Zutaten für den Teig sollten zimmerwarm sein. Die Zwetschgen entkernen und in Hälften belassen. Das Obst in den Kühlschrank stellen. Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze für mindestens 15 Minuten vorheizen.

Die Butter mit dem Zucker und einer Prise Salz schaumig schlagen. Die Eier nach und nach für eine Minute unterheben.

Mehl, Stärkemehl, Backpulver und den Abrieb der Zitrone vermengen und kurz in den Teig einrühren, so dass noch Mehlspitzen zu sehen sein.

Zuletzt den Saft der Zitrone untermischen. Den Teig in eine 24-er Backform geben und glatt streichen.

Die Zwetschgenhälften vorsichtig in den Teig stecken, am besten leicht schrägt und mit der inneren Seite nach oben, damit wenig Saft in den Teig gelangt. Den Zwetschgenkuchen mit Mandelblättchen bestreuen und im vorgeheizten Ofen für circa eine Stunde backen.

Zubereitungszeit für den Zwetschgenkuchen: 2 Stunden / Backzeit: 1 Stunde / Schwierigkeitsgrad: einfach / Haltbarkeit: Wegen der Saftigkeit der Zwetschgen sollte der Zwetschgenkuchen in zwei Tagen verzehrt sein, sonst weicht er durch / Pflaumen sind noch saftiger als Zwetschgen, deshalb wählen wir für den Rührkuchen Zwetschgen.

Unseren Zwetschgenkuchen

… haben wir mit Zwetschgen vom Hof Vogelfängerkaten gebacken. Lust auf einen weiteren Rührkuchen? Dann schaut doch einmal bei unserem Apfelkuchen aus Rührteig vorbei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.